Hohe Auszeichnung für zwei Max-Planck-Wissenschaftlerinnen

Claire Donnelly und Eugene Kim erhalten den Heinz Maier-Leibnitz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft

22. März 2024

Gemeinsam mit zwei weiteren Wissenschaftlerinnen und sechs Wissenschaftlern erhalten sie in diesem Jahr Deutschlands wichtigste Auszeichnung für Forschende in der Aufbauphase ihrer Karriere. Die Ehrung ist mit einem Preisgeld von jeweils 200 000 Euro verbunden, das bis zu drei Jahre für weitere Forschung verwendet werden kann. Verliehen werden die Preise am 4. Juni in Berlin.

Claire Donnelly, die am Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe und der TU Dresden forscht, untersucht die einzigartigen physikalischen Eigenschaften von Nanomaterialien. Die Werkstoffe mit sehr kleinen Abmessungen von einem bis 100 Nanometern - ein Nanometer ist der millionste Teil eines Millimeters-, faszinieren seit Jahren Technologie und Wissenschaft. Denn innerhalb mikroskopisch kleinster Festkörperstrukturen lassen sich nanometerskalierte Bereiche unterscheiden, die völlig unterschiedliche magnetische Eigenschaften haben.

Claire Donnelly Forschung widmet sich der gezielten Herstellung von Nanomaterialien mit bestimmten magnetischen Eigenschaften. Dank ihrer Arbeit können Forschende bereits jetzt die magnetischen Eigenschaften winziger dreidimensionaler Festkörpersysteme untersuchen und räumlich darstellen – und das zeitlich mit einer Auflösung im Pikosekunden-Bereich, also dem Billionstel einer Sekunde.

Organisation des Genoms in 3D

Zellen sind Meister darin, Informationen auf kleinstem Raum unterzubringen: Chromosomen als Träger der Erbanlagen werden um fast drei Größenordnungen komprimiert, damit sie in die Zellen passen. Aber wie schaffen es die Chromosomen, ihre dreidimensionale Struktur im Zellkern anzunehmen? Daran forscht Eugene Kim am Max-Planck-Institut für Biophysik in Frankfurt am Main.

Um die molekularen Prozesse hinter diesem Packvorgang aufzudecken, nutzt und entwickelt sie Bildgebungstechniken der Einzelmolekül-Biophysik. Dank ihrer Forschung verstehen Zellbiologinnen und -biologie besser, wie Chromosomen mithilfe des Proteinkomplexes Condensin organisiert und verpackt werden. Eugene Kim hat beispielsweise herausgefunden, wie mehrere solcher Condensine zusammenarbeiten, um die Struktur der Chromosomen zu formen, ohne zu kollidieren und sich gegenseitig zu stören. Ihre methodischen Entwicklungen fließen in ihr eigenes Forschungsprogramm zur 3-D-Organisation des Genoms ein.

DFG/BA

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