Ein Fonds für pharmazeutische Forschung

Max-Planck-Innovation und der Investor LSP gründen DDC Ventures, einen neuen pharmazeutischen Venture Capital Fonds

15. Mai 2009

100 Millionen Euro wird DDC Ventures, ein neuer Risikokapital-Fonds, künftig in pharmazeutische Projekte vor allem aus den Life Science Instituten der Max-Planck-Gesellschaft investieren. Wie Max-Planck-Innovation heute bekannt gegeben hat, übernimmt Life Science Partners (LSP), ein führender europäischer Risikokapitalgeber, das Management dieser Kapitalanlagen.

Max-Planck-Innovation, die Technologietransfer-Organisation der Max-Planck-Gesellschaft, und Inventive Capital Advisors, Beratungsspezialisten in der Technologiekommerzialisierung, haben den DDC Ventures-Fonds gemeinsam konzipiert. Die Initiatoren des Fonds verhandeln mit großen potentiellen Investoren und gehen davon aus, die Finanzierung zügig zu bewältigen.

DDC Ventures bildet zusammen mit dem kürzlich gegründeten Lead Discovery Center (LDC) die Basis für das integrierte "Drug Discovery and Development Center (DDC)"-Konzept der Max-Planck-Innovation. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert dieses Konzept im Rahmen seiner Initiative "BioPharma - Der Strategiewettbewerb für die Medizin der Zukunft" mit 20 Millionen Euro. Die Max Planck Innovation gründete das LDC, um das enorme Potenzial der Grundlagenforschung im Bereich der Arzneimittelentwicklung besser zu nutzen. Es soll aussichtsreiche Forschungsprojekte so weit voran bringen, dass sie den hohen Anforderungen für eine Weiterentwicklung zu neuen Medikamenten entsprechen.

"Wir sind begeistert, ein solch erfahrenes Unternehmen wie LSP gefunden zu haben, um den DDC-Fonds zu managen" sagt Jörn Erselius, Geschäftsführer von Max-Planck-Innovation. "Wir haben mit LSP in der Vergangenheit bereits mehrfach erfogreich zusammen gearbeitet, erst kürzlich im Zusammenhang mit U3 Pharma". LSP war der Hauptinvestor in der größten Finanzierungsrunde bei U3 Pharma, einer Ausgründung der Max-Planck-Gesellschaft, und unterstützte den Verkauf an Daiichi Sankyo Co, einem großen japanischen Pharmakonzern, für 150 Millionen Euro im Mai 2008.

LSP, gegründet 1988, ist ein Pionier in der Gewinnung von Risikokapital für die europäischen Life Sciences und mittlerweile einer der erfahrensten und größten euopäischen Investoren in diesem Industriesektor. LSP verwaltet mehr als 500 Millionen Euro und hat Standorte in München, Amsterdam und Boston. LSP investiert in nicht börsennotierte Gesellschaften, die den kompletten Bereich der Biowissenschaften abdecken, einschließlich der Medikamentenentwicklung, Diagnostika und Medizintechnik. LSP hat Kapital in mehr als 60 Firmen angelegt und bereits mehr als 25 Unternehmen erfolgreich verkauft: Entweder in einem Börsengang oder durch einen Verkauf an einen pharmazeutischen Großkonzern.

"Ob Sie auf Veröffentlichungen, Nobelpreise oder Budget schauen, die Max-Planck- Gesellschaft ist eine der Spitzenforschungsorganisationen im Life Science Bereich, und wir freuen uns, daß wir mithelfen können, kommerziellen Wert aus den wissenschaftlichen Erkenntnissen der Max-Planck-Gesellschaft zu schaffen," sagt Joachim Rothe, Gesschäftsführer von LSP in München. Und Thomas Segerlund, Geschäftsführer von Inventive Capital, ergänzt: "Der Fonds wird neue Wege beschreiten was die Finanzierung von technologischen Innovationen angeht, als auch bei der operativen Umsetzung der pharmazeutischen Entwicklung".

Zur Redakteursansicht