Renommierter DFG-Forschungspreis für Maria Sokolova
Maria Sokolova, Leiterin der Lise-Meitner-Forschungsgruppe Bakteriophagen am Max-Planck-Institut für Biochemie, erhält den diesjährigen Heinz Maier-Leibnitz-Preis 2025

Auf den Punkt gebracht
- Der Preis ist mit 200.000 Euro dotiert und soll Sokolova dabei unterstützen, ihre Forschung zu Bakteriophagen weiter auszubauen.
- Sokolova erforscht die Unterschiede von RNA-Polymerasen in Bakteriophagen im Vergleich zu anderen Organismen und deren potenzielle Anwendungen in Medizin und Biotechnologie.
- Hohe Auszeichnung: Der Heinz Maier-Leibnitz-Preis wird seit 1977 an herausragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im frühen Stadium ihrer Karriere verliehen, um deren wissenschaftliche Laufbahn zu fördern.
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) ehrt Forschungsgruppeleiterin Maria Sokolova vom Max-Planck-Institut (MPI) für Biochemie mit dem Heinz Meier-Leibnitz-Preis 2025. Als eine von zehn herausragenden jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern erhält sie ein Preisgeld in Höhe von 200.000 Euro. Dies soll dazu dienen ihre Forschungstätigkeit weiter auszubauen. Maria Sokolova sagt: „Ich freue mich außerordentlich über den Preis. Er ist nicht nur eine Anerkennung meiner bisherigen Arbeit, sondern vor allem eine Motivation, mit meiner Leidenschaft und Neugier weiter die Welt der Bakteriophagen zu entdecken“. Die Preisverleihung findet am 3. Juni 2025 in Berlin statt.
Bakteriophagen sind Viren, die ausschließlich Bakterien infizieren. Sie sind die am häufigsten vorkommende und vielfältigste biologische Einheit auf unserem Planeten. Viele Aspekte müssen noch erforscht werden. Ihre Funktionsweise untersucht die Lise-Meitner-Forschungsgruppenleiterin Maria Sokolova zusammen mit Ihrem Team. Maria Sokolova erklärt: „Wir befassen uns mit Phagen-RNA-Polymerasen. Während RNA-Polymerasen in vielen Lebewesen, wie Bakterien und höheren Organismen, ähnlich sind, unterscheidet sich das Molekül in einigen Phagen völlig. Sie erfüllt aber ähnliche Aufgaben wie die üblichen Polymerasen. Wir untersuchen diese Unterschiede und einzigartigen Eigenschaften.“ In Bereichen wie der Medizin und Biotechnologie bieten Bakteriophagen ein hohes Potetial für innovative Anwendungen.
Über die Preisträgerin
Maria Sokolova studierte Biophysik an der Polytechnischen Peter-der-Große-Universität Sankt Petersburg, Russland. 2018 promovierte sie in Molekularbiologie am Skolkovo Institute of Science and Technology (Skoltech) in Moskau, Russland. Im Jahr 2017 verbrachte sie ein Forschungsjahr im Labor von Petr Leiman an der University of Texas Medical Branch (UTMB) in Galveston, USA. Nach ihrer Promotion arbeitete Maria Sokolova als Assistenzprofessorin am Center of Life Sciences am Skoltech. Im Jahr 2019 ging sie erneut für ein Forschungsprojekt an die UTMB, USA. Anschließend forschte sie 2022 als Postdoktorandin unter dem derzeitigen Präsidenten der Max-Planck-Gesellschaft, Patrick Cramer, am MPI für Multidisziplinäre Naturwissenschaften in Göttingen. Seit März 2024 leitet sie die Lise-Meitner-Forschungsgruppe „Bakteriophagen“ am MPI für Biochemie.
Über den Heinz Maier-Leibnitz-Preis
Der Heinz Maier-Leibnitz-Preis wird seit 1977 jährlich an herausragende Forscher*innen verliehen, die sich in einem frühen Stadium ihrer wissenschaftlichen Laufbahn befinden. Die Auszeichnung soll die Preisträger*innen, die noch keine unbefristete Professur innehaben, darin unterstützen und anspornen, ihre wissenschaftliche Laufbahn weiterzuverfolgen. Gewürdigt wird dabei nicht allein ihre Dissertation, sondern insbesondere, dass sie im Anschluss bereits ein eigenständiges wissenschaftliches Profil entwickelt haben und mit ihren Forschungsergebnissen die Fachcommunity bereichern, sodass auch in Zukunft wissenschaftliche Spitzenleistungen von ihnen erwartet werden können. Der Preis wurde 1980 erstmals vergeben und nach dem Atomphysiker und früheren DFG-Präsidenten Heinz Maier-Leibnitz benannt.
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